Billigflieger – unmenschlich oder genial?
Jun 15th, 2011 | Category: Allgemeines
Die sogenannten “Billigflieger” erobern den Markt. Die Bezeichnung Billigflieger, beziehungsweise auch Billig-Airline oder Billigfluggesellschaft, hat sich inzwischen als offizieller Begriff etabliert, der zusammenfassend Fluggesellschaften beschreibt, die Tickets üblicherweise günstiger anbieten als andere.
Während alle großen Fluggesellschaften, die Netzwerke aufrecht zu erhalten haben, mit hohen Benzinpreisen, der Weltwirtschaftskrise und der neuen Luftverkehrsabgabe, sowie der daraus resultierenden mangelnden Auslastung zu kämpfen hatten, konnte Ryanair, der Marktführer unter den “Billigen” im letzten Geschäftsjahr ein über 20-prozentiges Umsatzplus verbuchen.
Wer privat oder geschäftlich verreisen muss oder will, der greift nachweislich immer häufiger auf preiswerte Online-Angebote zurück. Wer jedoch sparen will, darf keine großen Ansprüche haben, denn wirklich preiswert sind Billigflieger nur, wenn man nichts weiter in Anspruch nimmt als einen Sitzplatz und ein Fach fürs Handgepäck.
Versteckte Kosten und Extragebühren für jedes bisschen Service und sei es nur ein reguläres Gepäckstück bis zu 20 Kilo einchecken zu wollen, sorgen dafür, dass der Billigflug unter Umständen gar nicht so günstig ist:
Dass für den Bordservice bezahlt werden muss, (das heißt für alles Essen und Trinken an Bord), wird von den meisten Gästen anstandslos akzeptiert; dass aber auch für die Kreditkarten-Zahlung eine Gebühr verlangt wird, obwohl es keine andere Auswahlmöglichkeit gibt, den Flug zu bezahlen, wird von leicht erregbaren Gemütern als “Abzocke” bezeichnet. Sie fragen sich: Wie kann das sein? Es muss doch laut Reiserecht eine Zahlungsmöglichkeit gratis angeboten werden. Kostenfrei ist bei Ryanair nur die Zahlung per Visa Electron-Card. Von den Besitzern wird allerdings eine Jahresgebühr von bis zu 100 Euro verlangt.
Ein weiteres Manko der Buchung ist, dass sich die Tickets in der untersten Preisklasse meist nicht wieder stornieren lassen.
Ryanair Chef Michael O`Leary machte zudem immer wieder mit skurill wirkenden Vorschlägen für Sparmaßnahmen auf sich aufmerksam: wie den Co-Piloten zu streichen, den Toilettenbesuch nur nach Münzeinwurf zu ermöglichen, für Übergewicht, (wohlgemerkt nicht Übergepäck!) einen Aufschlag zu verlangen oder Stehplätze im Flugzeug einführen zu wollen.
Kein Wunder, dass einem bei solch menschenverachtenden Ansichten Protest entgegen schlägt: Als eine Ryanair Maschine vor einigen Monaten, statt in pünktlich in Paris mit Verspätung in Lüttich landete, blieben die wütenden Passagiere einfach sitzen und verließen die Maschine erst nach mehrstündigen Verhandlungen über ihre Situation.
Die Crew, die der verärgerten Menge nicht Herr werden konnte, schloss diese im dunklen Passagierraum, ohne Getränke und ohne Möglichkeit die Toiletten zu benutzen ein.
Man könnte sagen, wer mit so was nicht klar kommt, darf eben nicht bei den Billigfliegern buchen, aber so scheinen die wenigsten zu denken.
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Solange ich bei einem Interkontinentalflug nicht stehen muss, fliege ich auch weiterhin Ryan & Co. Im Ernst: Ohne Billigflieger könnte ich mir meine vielen Reisen nicht leisten.