Die Sieben Weltwunder der Antike – Die Pyramiden von Gizeh
Jul 20th, 2011 | Category: Geschichte
Die Pyramiden von Gizeh stechen unter den sieben Weltwundern der Antike aus zwei Gründen hervor: Keines der sieben Weltwunder ist so alt wie die drei Pyramiden, die in acht Kilometer Entfernung der heutigen Stadt Giza (die heutige Bezeichnung für Gizeh) errichtet wurden. Und: Mit Ausnahme der Pyramiden in Ägypten hat auch keines der sieben Weltwunder der Antike bis in unsere Zeit überlebt.
Über die Baugeschichte der Pyramiden von Gizeh
Die Bauzeit der Pyramiden fällt in die sogenannte vierte Dynastie des Alten Reiches von Ägypten. Nach unserer heutigen Zeitrechnung wurden sie in den Jahren 2600 bis 2500 vor Christus errichtet. Die ägyptischen Baumeister wählten dafür ein 1000 mal 2000 Meter großes Kalksteinplateau am westlichen Rand des Niltals. Die drei Pyramiden dienten den Pharaonen Cheops, Chephren und Mykerinos als Grabstätten. Bis heute tragen sie ihre Namen. In der genannten Reihenfolge unterscheiden sich die Pyramiden in Größe und Alter. Die Cheops-Pyramide war bis ins Mittelalter das größte Gebäude der Welt. Sie ist 230 Meter breit. Ihre Höhe betrug früher 146,6 Meter (heute sind es noch knappe 139 Meter).
Diese bauliche Leistung ist umso beachtlicher, wenn man bedenkt, dass die Baumeister aus Ägypten mit dem erstaunlichen Handicap auskommen mussten, ohne Rad und Flaschenzug zu arbeiten. Beides war vor 4500 Jahren noch nicht erfunden. Bis heute ist deshalb nicht klar, wie es die Ägypter eigentlich geschafft haben, die Pyramiden von Gizeh zu errichten. Die antiken Quellen berichten, sie hätten für jede Pyramide gerade 20 Jahre gebraucht. Gängige Theorien vermuten, dass wenigstens 10.000 Arbeiter an der Errichtung an einer Pyramide gewirkt hätten. Die Steine habe man aus nahen Steinbrüchen bekommen und über den Nil an die Baustelle transportiert. Um in die Höhe bauen zu können, ließen die Baumeister demnach gewaltige Sandrampen errichten. Wie groß die bauliche Leistung war, verdeutlichen die Daten der Cheops-Pyramide: Diese besteht aus etwa drei Millionen Steinquadern. Jeder wiegt 2,5 Tonnen.
Das Aussehen der Pyramiden von Gizeh und ihr Nachleben
Heute hat es den Anschein, als seien die bräunlichen Pyramiden stufenförmig konstruiert. Tatsächlich war ihre Außenhaut aber glatt. Die Oberfläche war mit Kalksteinplatten verkleidet, deren Schicksal uns nicht bekannt ist. Keine Pyramide trug, anders als die restlichen der sieben Weltwunder der Antike, eine Inschrift oder Verzierung. Dies ist gleich aus zwei Gründen erstaunlich: Zum einen liegen sie direkt an der Pyramidenstraßen und sind ehemaligen Herrschern von Ägypten gewidmet. Entsprechende Hinweise an der Oberfläche wären zu erwarten, da es sie zum anderen an anderen Grabdenkmälern im Tal der Könige in großer Zahl gibt. Verschiedene Theorien besagen, dass es sie durchaus gab, diese sich aber auf den verschwundenen Kalksteinplatten befanden, die ja eigentlich Oberfläche bildeten. Deshalb sei es nur logisch, dass keine Verzierungen und Inschriften an der heutigen Oberfläche zu sehen sind.
Der Popularität der Pyramiden tat dies keinen Abbruch. Herodot bezeichnete sie bereits 450 vor Christus als Weltwunder. Wenig überraschend fanden sie auch Eingang in das Werk Antipatros’ von Sidon, der als erster eine komplette Liste der sieben Weltwunder der Antike im zweiten Jahrhundert vor Christus lieferte. In der Gegenwart taten sich die Menschen mit einer angemessenen Würdigung allerdings schwerer: Das älteste der sieben Weltwunder der Antike aus Ägypten schaffte es erst 1979 auf die Liste des Weltkulturerbes. Bis heute umgibt es ein großes Mysterium, was nicht nur an der geheimnisvollen Baugeschichte liegt, sondern auch daran, dass ein Großteil des Inneren noch immer unbekannt ist.
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